« Das Leben ist schön! »
Wieder ist eine Woche vorbei. Ich habe irgendwie das Gefühl, dass mir die Zeit davonrennt. Jeder Tag vergeht schneller als der Andere. Ja, aber was mache ich denn immer?
Neben dem Unterrichten muss ich auch für die Internatsküche einkaufen. So mache ich mich immer Mittwochs, Freitags und Samstags - meistens um 9:00 Uhr - mit meinem super Auto auf den Weg zum “Mercado“.
Alte Frauen stehen am Straßenrand und verkaufen frisch gepressten Orangensaft und alle möglichen Obstsorten. “Mototaxis” schlängeln sich durch die Autokolonnen. Die ganze Zeit stört das Gehupe der Autofahrer die Stille, Polizisten stehen am Rand der Strasse und pfeifen in ihre “Trillerpfeifen” als ob es keinen Morgen gäbe. Ich frage mich immer wieder, wozu diese Polizisten gut sind, wo die Autos doch nicht mal Nummerntafeln haben bzw die Fahrer äußerst selten einen Führerschein besitzen.
Ich stehe beim Gemüsehändler. Immer noch werde ich angeschaut, ja richtig angestarrt von den Menschen, die, wie ich, Einkäufe erledigen müssen. Was ich wohl hier mache, denken sie wahrscheinlich… Nur die Verkäufer kennen mich mittlerweile und begrüssen mich als ob wir uns schon ewig kennen. Bepackt mit einem Sack Tomaten, Karotten, Zwiebeln und Yuca (= ähnlich der Kartoffel), geh ich zum Auto zurück.
Als nächstes führt es mich in die Fleischhalle. Ich bestelle 10 kg Fleisch. Dass das Fleisch nicht gekühlt wird und etliche Straßenhunde sich hier aufhalten, macht mir inzwischen nichts mehr aus. Auch der Geruch lässt mich kalt. Ich sehe zu wie der Mann hinter der Theke das Fleisch in den Fleischwolf stopft. Es hört sich an als ob es gleich explodieren würde, denn es werden auch die Knochen mit zerkleinert.
In der einen Hand den Sack Fleisch und in der Anderen einen Sack mit Milch und Käse, welches es ebenfalls in dieser Halle zu kaufen gibt, laufe ich wieder zum Auto. So wiederholt sich das mehrere Male. Einkaufen und alles wieder zum Auto tragen.
An manchen Tage verfluche ich die Sonne, und ich würde mich am liebsten auf die Ladefläche meines Autos liegen und einfach nur die Menschen hier beobachten und lauschen was sie sich erzählen…
Es ist nun 11:00 Uhr und ich sitze ziemlich erschöpft hinter dem Lenkrad und düse in Richtung Granja. Nun muss ich noch alles abladen und nachrechnen ob die Finanzen stimmen…
Der Vormittag ist somit gelaufen, aber der Nachmittag bringt sicherlich noch viele, lustige Momente, wenn es wieder ans Englisch Unterrichten geht.
(Yeah, wir hatten gerade Stromausfall und nun ist der Computer sehr langsam. Mehr Fotos folgen so schnell wie möglich! )



